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2010
Konnektivismus als didaktische GrundlageTeil-2
Aber warum dieses Netzwerk-Denken?
Schon PIAGET thematisierte die soziale Interaktion von Gleichaltrigen im Bezug auf logisches Denken. Der sogenannte soziokognitive Konflikt beschreibt, dass beim Lernen in Kooperationen verschiedene Sichtweisen, Schemata und Wirklichkeitskonstrukte aufeinandertreffen und somit Störungen individueller Gleichgewichte verursacht werden. Daraus lässt sich ableiten, dass jedes Mitglieder eines Netzwerkes (oder auch Gruppe) vesucht sein Gleichgewicht (Akkomodation) wieder herzustellen, wodurch Wissen konstruiert wird. Bezogen auf den Konnektivismus wird demnach Wissen durch die tätige Auseinandersetzung mit einem Lerngegenstand sowie die Interaktion gemeinsam mit anderen erstellt. Bei einer konnektivistischen Lernumgebung geht es dann nicht mehr um das “Wissen wie” und “Wissen was”, sondern vielmehr um das “Wissen wo”. Wo findet man Informationen über das aktuelle Interesse, die Ausrichtung des aktuellen Lebensvollzugs? Meta-Lernen wird damit genauso wichtig wie das Lernen selbst.
In diesen konnektivistsichen Lernnetzwerken (PLN = Persönliches Lernnetzerk – Abgeleitet von PLE = Personal Learning Environment (Persönliche Lernumgebung)) nehmen die Lernen wahr, dass sie ihr individuelles Ziel am besten erreichen, wenn die anderen Mitglieder ebenfalls ihre Ziele erreichen, dadurch sind sie motiviert. Ebenfalls entwickeln sie Strategien zur gemeinsamen Lösungsfindung, individuelle Verantwortlichkeit und die Berücksichtigung individueller Unterschiede werden gefördert.
Die rasante Entwicklung in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft in einer globalisierten und elektronisch vernetzten Welt haben starke Auswirkungen auf die Berufs- und Arbeitswelt.
Das in der schulische und Ausbildung erworbene Wissen reicht heute für die Dauer eines Berufslebens nicht mehr aus. Lebenslanges Lernen wird zur notwendigen Herausforderung beruflichen Erfolges.
Auf Grund dieser Anforderung des lebenslangen Lernens lässt sich die Forderung nach Selbstqualifikation ableiten und die Fähigkeit in Netzwerken zu arbeiten ableiten. Das Auswendiglernen von Fakten wird in mittleren und höheren Bildungsabschlüssen irrelevant, vielmehr ist das Überblickwissen im Berufs- und Privatleben relevant.
Folgende Mindmap soll die Strukturierung von Lerninhalten in einer konnektivistischen Lernumgebung darstellen.
Wie und wo kann Wissen gefunden, gespeichert sowie verwendet und bearbeitet werden.
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Warum aber dieses Lernen in der Gemeinschaft? Ein Lernen ist Netzwerken findet von “unten nach oben statt”, d.h. ein Individuum möchte sein Wissen hinsichtlich seiner aktuellen Interessen erweitern. Darüber hinaus muss Beachtung finden, dass Lernende motiviert werden durch Selbstkontrolle, Autonomie, soziale Interaktionen und soziale Eingebundenheit. Alle diese Aspekte finden im Konnektivismus anklang.
Lernende im Konnektivismus
* Sie erleben Autonomie durch die selbstständige Erstellung und rezipieren von Inhalten, sowie die Möglichkeit den eigenen Lernprozess zu planen und zu organisieren. Sie müssen selbstständig Informationen suchen und selbstständig ihre Probleme lösen.
* Sie erleben Selbstkontrolle da sie ihre Beiträge und Veröffentlichungen in den Netzwerken anderen Mitgliedern zur Verfügung stellen und diese frei Kommentieren können. D.h. es findet eine Bewertung der eingestellten Inhalte durch andere Mitglieder statt.
* Sie erleben soziale Interaktionen und soziale Eingebundenheit durch das Netzwerk. Es entsteht ein Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Netzwerkes, es können gemeinsam Probleme gelöst werden.
* Sie können ihre Problemlösungsfähigkeit anwenden und erweitern. Menschen werden als Problemlösungsfähige Individuen angesehen, die motiviert sind wenn sie diese Fähigkeit anwenden und erweitern können. Dabei ist seitens des Lehrenden auf eine angemessene Aufgabenschwere zu achten, die eine Zielerreichung sicherstellt.
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